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PV-Anlage verkaufen: Exit planen und Steuern beachten

Wann sich ein Verkauf lohnt, wie Käufer bewerten, welche Unterlagen Sie vorbereiten und wie der Veräußerungsgewinn besteuert wird.

Stand 2026-10-13 · Wattvestor Redaktion · Fachlich geprüft: Legal Advisor, 13.10.2026, PV-Experte, 13.10.2026 · Nächste Prüfung 2027-01-05

PV-Anlage verkaufen: Exit planen und Steuern beachten

Beim Exit verkauft der Investor seine PV-Anlage oder seine Anteile an der Betreibergesellschaft. Der Verkaufserlös entscheidet oft stärker über die Gesamtrendite als einzelne Betriebsjahre.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Information. Er ist keine Steuerberatung, keine Rechtsberatung und keine Anlageberatung und berücksichtigt nicht Ihre persönlichen Verhältnisse. Lassen Sie Ihre Entscheidung von einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater und bei Bedarf weiteren Fachleuten prüfen. Stand: 13.10.2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Käufer bewerten die künftigen Zahlungsüberschüsse. Restlaufzeit von Förderung und Pacht sind die wichtigsten Preistreiber.
  • Ein vollständiger Datenraum verkürzt die Prüfung und stützt den Preis.
  • Veräußerungsgewinne einer Personengesellschaft fallen unter § 16 EStG, mit Freibetrag ab 55 Jahren unter Voraussetzungen (§ 16 Abs. 4 EStG).
  • Gewinne einer Kapitalgesellschaft aus dem Verkauf von Anteilen an Kapitalgesellschaften sind zu 95 % steuerfrei (§ 8b Abs. 2 und 3 KStG).

Wie Käufer bewerten

Käufer rechnen mit dem Barwert der erwarteten Zahlungsüberschüsse bis zum Ende der Nutzung. Entscheidend sind die Ertragsannahme (oft P50 aus den Ist-Daten), die Erlöse nach Förderende, die Betriebskosten und der Abzinsungssatz. Zur Einordnung dienen Kaufpreis je kWp und Kaufpreisfaktor. Mehr zu den Rechengrößen im Artikel Renditekennzahlen.

Einflussgröße Wirkung auf den Preis
Restlaufzeit der EEG-Förderung Längere Laufzeit, höherer Preis
Pachtlaufzeit und Verlängerungsoption Kurze Pacht begrenzt den Restwert
Ist-Ertrag im Vergleich zur Prognose Unterschreitung senkt den Preis
Zustand der Technik, anstehender Wechselrichtertausch Ersatzinvestitionen werden abgezogen
Zinsniveau Höhere Zinsen, niedrigerer Preis

Vorbereitung

  1. Unterlagen sammeln und ordnen, wie in der Due-Diligence-Checkliste.
  2. Ist-Daten aufbereiten: Ertrag je Monat, Verfügbarkeit, Abregelung, Erlöse.
  3. Offene Punkte klären, etwa fehlende Registereinträge oder abgelaufene Wartungsverträge.
  4. Struktur festlegen: Verkauf der Anlage oder der Gesellschaft, siehe Asset Deal oder Share Deal.

Besteuerung des Veräußerungsgewinns

Veräußerungsgewinn ist der Erlös nach Abzug der Veräußerungskosten und des Buchwerts.

  • Einzelunternehmen und Personengesellschaft. Der Gewinn gehört zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb (§ 16 Abs. 1 EStG). Wer das 55. Lebensjahr vollendet hat oder dauernd berufsunfähig ist, erhält auf Antrag einmalig einen Freibetrag von 45.000 €. Er ermäßigt sich, soweit der Gewinn 136.000 € übersteigt (§ 16 Abs. 4 EStG). Für außerordentliche Einkünfte gibt es eine Tarifermäßigung nach § 34 EStG.
  • Kapitalgesellschaft als Verkäuferin von Anteilen. Gewinne aus der Veräußerung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft bleiben außer Ansatz (§ 8b Abs. 2 KStG). 5 % gelten als nicht abziehbare Betriebsausgaben (§ 8b Abs. 3 KStG).
  • Umsatzsteuer. Der Verkauf einer Anlage als Betrieb im Ganzen ist nicht steuerbar (§ 1 Abs. 1a UStG).

Ob Gewerbesteuer auf den Gewinn anfällt, hängt von Rechtsform und Gesellschafterstruktur ab. Das sollte vor dem Verkauf geklärt werden.

Beispielrechnung

Beispiel mit erfundenen Werten. Die Zahlen dienen nur der Erklärung und sind keine Marktdaten.

Eine KG verkauft ihre Anlage für 600.000 €. Der Buchwert beträgt 350.000 €, die Kosten für Berater und Makler 20.000 €. Der Veräußerungsgewinn beträgt 230.000 €. Wie viel davon an Steuer abfließt, hängt von den persönlichen Verhältnissen der Gesellschafter ab. Das gilt auch, wenn eine GmbH an der KG beteiligt ist: § 8b KStG erfasst nur Anteile an Kapitalgesellschaften. Verkauft eine GmbH ihren KG-Anteil oder verkauft die KG ihre Anlage, ist der Gewinn bei der GmbH voll steuerpflichtig.

So rechnet Wattvestor

Wattvestor rechnet mit den Angaben des Angebots. Steuern auf einen späteren Verkauf sind nicht in den Kennzahlen enthalten.

Häufige Fragen

Wann ist ein guter Zeitpunkt für den Verkauf?

Wenn Käufer für die verbleibenden Erlöse mehr zahlen, als Sie selbst aus dem Weiterbetrieb erwarten. Typische Anlässe sind niedrige Zinsen, hohe Marktwerte, das Ende der Kreditlaufzeit oder ein nötiger Wechselrichtertausch.

Wie wird der Gewinn aus dem Verkauf besteuert?

Bei einer Personengesellschaft oder einem Einzelunternehmen ist er Teil der Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 16 EStG). Unter Voraussetzungen gibt es einen Freibetrag und eine Tarifermäßigung (§§ 16 Abs. 4, 34 EStG). Verkauft eine GmbH Anteile an einer anderen Kapitalgesellschaft, bleiben Gewinne weitgehend steuerfrei; 5 % gelten als nicht abziehbare Ausgaben (§ 8b Abs. 2 und 3 KStG).

Was erwartet ein Käufer im Datenraum?

Abrechnungen und Monitoringdaten mehrerer Jahre, alle Verträge, Registerauszüge, Genehmigungen, Wartungsprotokolle, Versicherungen und Steuerunterlagen der Gesellschaft.

Quellen

  1. § 16 EStG, Veräußerung des Betriebs: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__16.html, abgerufen am 13.10.2026
  2. § 34 EStG, Außerordentliche Einkünfte: https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__34.html, abgerufen am 13.10.2026
  3. § 8b KStG, Beteiligung an anderen Körperschaften: https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8b.html, abgerufen am 13.10.2026
  4. § 1 UStG, Steuerbare Umsätze: https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__1.html, abgerufen am 13.10.2026

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.