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Prognos-Studie: Reformpläne verteuern Solarstrom aus Freiflächenanlagen deutlich

· Wattvestor Redaktion

Nach einer Prognos-Studie für den BDEW steigen die Stromgestehungskosten neuer Freiflächenanlagen durch EEG-Entwurf, Netzpaket und Netzentgeltreform um bis zu 30 Prozent und lägen damit über dem Höchstwert der Ausschreibung.

Hochspannungsmast im Gegenlicht bei Sonnenuntergang
Bild: Symbolbild, zeigt nicht das im Beitrag genannte Projekt. Foto: Mahmoud Yahyaoui / Pexels, Pexels-Lizenz (https://www.pexels.com/photo/electricity-pylons-transmission-lines-at-sunset-28438451/)

Eine Studie von Prognos für den BDEW erwartet, dass EEG-Entwurf, Netzanschlusspaket und die Netzentgeltreform AgNes die Stromgestehungskosten von PV-Freiflächenanlagen um bis zu 30 Prozent erhöhen. Das berichtete pv magazine am 12. Oktober 2026.

Was ist passiert

Prognos hat sieben regulatorische Maßnahmen und ihre gemeinsame Wirkung untersucht. Freiflächenanlagen im ersten Ausschreibungssegment sind als einzige Konfiguration von allen quantifizierten Maßnahmen zugleich betroffen: Redispatch-Vorbehalt, Kappung der Anschlusskapazität auf 70 Prozent, kommunale Beteiligung, Kapazitätsentgelte, Differenzverträge und Baukostenzuschüsse. Laut Studie überschreiten die Kosten auch außerhalb von Vorbehaltsgebieten den Höchstwert der Ausschreibungen. Zu Vermarktungschancen macht die Studie keine Aussage.

Die Zahlen aus der Quelle

  • Freifläche Süd: plus 30 Prozent, Ost-West: plus 26 Prozent Stromgestehungskosten
  • EEG-Höchstwert 59 Euro je MWh wird um 13,2 bzw. 14,5 Euro je MWh überschritten
  • Dachanlagen in Ausschreibungen: plus 18 Prozent, unter dem Höchstwert von 99 Euro je MWh (Ost-West nur 2,4 Euro Abstand)
  • Ertragsverlust durch Kappung auf 70 Prozent: 4,33 Prozent Süd, 0,65 Prozent Ost-West (Basis Modulleistung)
  • Kapazitätsentgelt laut AgNes-Entwurf rechnerisch 5,14 Euro je kW und Jahr

Was bedeutet das für PV-Investoren

  • Der Redispatch-Vorbehalt wirkt in den ersten Betriebsjahren. Diese Jahre zählen in der Diskontierung am stärksten. Daher ist der Effekt auf die Rendite groß.
  • Ost-West-Anlagen verlieren durch die Kappung deutlich weniger Ertrag als Südanlagen. Die Ausrichtung wird zur Renditefrage.
  • Kommunale Beteiligung bis 0,3 ct/kWh, erstattet nur 0,2 ct/kWh: 1 Euro je MWh bleibt beim Betreiber.

Einordnung

Die Studie wurde vom BDEW beauftragt und rechnet mit voller Ausschöpfung der Maßnahmen. Sie zeigt die Richtung, keine sichere Prognose. Die Gesetze sind noch nicht verabschiedet. Rechnen Sie bei Neuprojekten trotzdem mit höheren Kosten und prüfen Sie, ob Ausrichtung und Standort angepasst sind.

Mehr dazu: EEG 2027: Was sich ändern soll, Netzanschluss bei PV-Parks, Kommunale Beteiligung nach § 6 EEG.

Quelle: pv magazine Deutschland, Veröffentlichung vom 12.10.2026

Bild: Symbolbild, zeigt nicht das im Beitrag genannte Projekt. Hochspannungsmast im Gegenlicht bei Sonnenuntergang. Foto: Mahmoud Yahyaoui / Pexels, Pexels-Lizenz.

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.

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